Wachsendes Misstrauen

Bei den Verbrauchern wächst das Misstrauen gegenüber Lebensmitteln, die von der Industrie in immer neuen Variationen auf den Markt gebracht werden. Die Menschen verlangten nach Einfachheit und Echtheit, in anderen Worten „Romance“.

Doch die Industrie biete „Science“. Die zweite Ausgabe des „European Food Trends Report“ des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI) beschreibt und analysiert diese Entwicklung und ihre Folgen. Im Zentrum des Reports steht die Frage, wie das Vertrauen der Konsumenten wieder zurückgewonnen werden kann. Dabei beobachtet das Institut, dass Maßlosigkeit und Entfremdung – die zentralen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte – von einem neuen Bewusstsein für Essen und Nahrung abgelöst worden seien. Die Konsumenten forderten nicht nur von sich selber Konsequenz, sondern auch von den Anbietern: Man müsse die „schlechten“ Produkte aus dem Programm nehmen, wenn man glaubhaft bleiben wolle, so der Report. Besonders das gesunde, maßvolle, ethische, nachhaltige und lokale Essen sollte bei Einzelhändlern und Gastronomen gefördert werden. Dabei vereinten einige innovative Unternehmen bereits die neuen Konsumentenbedürfnisse mit dem Machbaren, zum Beispiel mit neuen mobilen Nahrungsangeboten. So positionieren sich verschiedene Supermärkte gerade als neue Generation des „Ladens um die Ecke“.

Quelle: Lebensmittel Praxis, 29. September 2010