BLASFOLIEN


(Quelle: WIKIPEDIA - die freie Enzyklopädie)

Unter dem Begriff Blasfolie versteht man Folien aus Kunststoff, welche mit Hilfe eines Blasfolienextruders gefertigt werden. Hierbei wird das Granulat durch Erwärmung, Reibung und Druck in dem Extruder auf eine Temperatur von 150-250°C erhitzt und in einen Blaskopf gepresst. Dieser Blaskopf kann aus mehreren Kanälen (für Mehrschichtfolien) bestehen, die in einem gemeinsamen ringförmigen Spalt enden. Beim Austritt aus dem Blaskopf entsteht eine vertikale Folienblase die über einen Luftaustausch im inneren kontrolliert wird. Die Folienblase wird anschließend abgekühlt und über eine Flachlegung zusammengelegt.

Danach wird sie über das Folienabzugswerk und die Folienleitbahn zum "Wickler" gezogen. Hier wird sie auf Rollen aufgewickelt. Klassische Produkte: Folien für die Verpackungsindustrie, Baufolie oder Folien zum Fertigen von Müllsäcken, Tragetaschen und ähnlichen Produkten. Die gängigsten Rohstoffe sind Polyethylen (PE-LD und PE-HD), Polypropylen (PP), Polyamid (PA). Im Gegensatz zur Blasfolienextrusion wird bei der Flachfolienextrusion bzw. Giessfolienextrusion keine Folienblase verarbeitet. Bei diesem Verfahren wird die Granulatschmelze durch eine breite Düse gepumpt. Über diese Düse gelangt die Schmelze auf einen rotierenden und gekühlten Walzenkörper und wird anschließend aufgewickelt.

 

Blasformen - Extrusionsblasen

Das Blasformen, auch Extrusionsblasen genannt, ist eine Methode zur Herstellung von Hohlkörpern aus Thermoplasten.

Herstellungsprozess

Zunächst wird kontinuierlich oder auch diskontinuierlich ein Schlauch aus heißem, formbaren Kunststoff aus einem angeflanschten Werkzeug als Vorformling senkrecht nach unten ausgestoßen (extrudiert). Die Materialstärke im Schlauch wird dabei entsprechend der Form des fertigen Werkstücks geregelt.

Dann fährt ein Dorn von oben oder unten in den Schlauch ein. Das zu diesem Zeitpunkt noch geöffnete, zweigeteilte Werkzeug fährt dann zu und umhüllt den Schlauch mitsamt dem Dorn. Durch den Dorn wird sodann Druckluft in den Schlauch gepresst, womit dieser aufgeblasen und an die Kontur des Blaswerkzeugs angepresst und abgekühlt wird. Der Kunststoff passt sich so der vorgegebenen Form an und wird fest.

An der Halspartie, am Boden und an der Nahtstelle zwischen den beiden Werkzeughälften entstehen Butzen aus Kunststoff, die teilweise gleich beim Öffnen abgeschert werden, teilweise ist eine Nachbearbeitung notwendig. Dieser Abfall wird wiederverwendet (Recycling).

Durch Variation der Materialstärke im Schlauch lässt sich die Dicke des Kunststoffs im Fertigprodukt steuern. Bei symmetrischen Gebilden wie Fässern lässt sich dies vorausberechnen, bei komplexeren Formen wird in einer sogenannten Nullserie die Materialstärke variiert, bis das Ergebnis passt.

Eine Eigenschaft des Blasformens gegenüber dem Spritzgießen ist, dass Hohlteile hergestellt werden und auch Hinterschnitte ohne Schieber in begrenztem Ausmaß hergestellt werden können. Die Variation der Wanddicke ist gegenüber dem Spritzgießen nur indirekt möglich, erreichbare Toleranzen daher größer.


Folienarten

» PE

Polyethylen

» PVC

Polyvenylchlorid

» PET

Polyethylenterephthalat

» PA

Polyamid

» PA/PE

Polyamid/Polyethylen

» PP

Polypropylen

» BOPP

Polypropylen (biaxial orientiert)

» Blasfolie

Folien aus thermoplastischen Kunststoffen